Skitour: allein im Gebirg (im Vorkarwendel)

Schon im November kann es keiner erwarten, sich trotz nur millimeterdicker Schneeauflage die Ski zu zerkratzen, und jetzt Mitte April bei guter Schneelage in den Hochlagen, stehen die Tourenski offensichtlich schon wieder im Eck.
Ich war jedenfalls auf meiner gestrigen Tour im Soierngebiet den ganzen Tag mutterseelenallein unterwegs. Nicht mal Skispuren sind zu sehen!
Zugegeben, der Aufwand für die Tour war durchaus höher als im Hochwinter, aber es hat sich gelohnt.

Gumpenkarspitze(2019m), Krapfenkarspitze(2109m) – 20.April 2018

Abfahrt in Krün mit dem Radl um 6°° morgens.

Der ursprüngliche Plan war, über das Schöttelkar aufzusteigen, über den Osthang in den Soiernkessel abzufahren, und zur Scharte östl. der Reißenden Lahnspitze aufzusteigen.
Doch schon bei der Anfahrt mit dem Auto war zu sehen, daß im Schöttelkar relativ wenig Schnee lag(mit Skitragen bis Karbeginn ist die Tour aber noch durchaus machbar).
Der neue Plan: Aufstieg über Soiernhaus.

Die Hälfte der Auffahrt zur Fischbachalm war ich radlschiebender Weise unterwegs. Beim ersten Schneefleck an der Fischbachalm hab ich das Stahlroß(ja, ist wirklich noch aus Stahl) dann abgestellt und bin zu Fuß weiter(man hätte aber durchaus bis in den Hundstall abfahren können – nur gelegentlich kleinere Schneeflecken).

unterm Soiernhaus

Im Hundstall(1247m) dann endlich rauf auf die Ski und über Schnee und Wiesenflecken durch den Wald und den Hüttenhang Richtung Soiernhaus hinauf.

Reißende Lahnspitze

Dort erneute Planänderung. Die Querung über die erste mit Schneerutschen und Graslücken bestückte Steilstufe, und die Aussicht in der Scharte unter zwei, bereits schön in der Sonne bruzzelnden Wächten durchmarschieren zu müssen, gefiel mir gar nicht.

Also neues Ziel: das Krapfenkar!
Aufstieg über den im Schatten liegenden, nach oben hin immer boaniger werdenden Westhang zur Einsattelung Jägersruh(1849m)

Von hier ging es zunächst südseitig hinauf zum Gipfel der Gumpenkarspitze(2019m). Das hieß Ski wieder an den Rucksack. Die Südseiten sind weitgehend aper.
Von der unscheinbaren Gumpenkarspitze folgt man nun dem Kamm entlang bis zur Krapfenkarspitze. Die Abfahrtsroute läßt sich jetzt auch schon einsehen.

Skidepot an der Einfahrt ins Nordkar. Weiter über den ostseitig ins Neulahnerkar überwächteten Gipfelgrat zum Gipfel der Krapfenkarspitze(2109).
Herrlicher Rundumblick. Voralpen, Wetterstein, Karwendel.

Und jetzt endlich Abfahrt!


Im Karboden angekommen, begann die Suche nach dem laut Karte in den Hundstall zurückführenden Steig.
Immer dem Gespür nach, die Ski wieder am Rucksack, mit Skischuhen im Steilwald(hält bestens!) absteigend,
kreuzte er irgendwann meinen Weg.

Verdiente Schlafpause im Hundstall.
Blick zurück ins Krapfenkar

Blick zurück ins Krapfenkar


Anschließend zu Fuß zurück zur Fischbachalm und hinab nach Krün mit dem Radl.